Bengals Endspurt kommt zu spät
Trotz eines zwischenzeitlich deutlich Rückstandes von 20 Punkten fehlten den Cincinnati Bengals am Ende nur zwölf Yards, um das Spiel gegen die Pittsburgh Steelers noch zu drehen. Doch der letzte Pass von QB Carson Palmer auf WR Jordan Shipley blieb unvollständig und die Bengals standen mit leeren Händen da. Das Ergebnis: eine 21:27-Niederlage, ihre fünfte Niederlage in Folge.
„Das war eine enttäuschende Niederlage. Wir haben nicht gut gespielt. Uns sind gerade am Anfang einfach zu viele Fehler unterlaufen“, zeigte sich Bengals-Head-Coach Marvin Lewis sichtlich enttäuscht. Zu diesen Fehlern gehörten ein Fumble zu Beginn des Spiels, welcher den Steelers ihren ersten Touchdown bescherte, ein geblockter Punt und zwei verschossene Field Goals, um nur die Wesentlichen zu erwähnen. „Auch in schwierigen Spielsituationen müssen wir motiviert und positiv bleiben. Dies ist uns nicht gelungen“, ergänzte Terrell Owens.
Nachdem die Steelers mit einem Trickspielzug durch WR Mike Wallace auf Vorlage von WR Antwaan Randle El über 39 Yards ihre Führung auf 27:7 ausgebaut hatten, schien das Spiel entschieden, vor allem, nachdem die Bengals die ersten drei Viertel Fehler an Fehler reihten. Erst WR Terrell Owens läutete mit seinem zweiten Touchdown zu Beginn des letzten Viertels die nicht mehr für möglich gehaltene Aufholjagd ein.
Eine Interception von Steelers-QB Ben Roethlisberger brachte die Bengals erneut in Ballbesitz und RB Cedric Benson verkürzte kurze Zeit später auf 21:27. Und als Steelers-K Jeff Reed die endgültige Entscheidung verpatzte und einen Versuch aus 46 Yards neben die Torstangen setzte, schien die Überraschung für die Bengals gut 4 Minuten vor dem Spielende in greifbare Nähe gerückt zu sein. Palmer dirigierte die Bengals bis zu 12-Yard-Linie der Steelers. Doch weiter ging es nicht mehr. Palmers letzter Pass auf WR Jordan Shipley wurde in letzter Sekunde von LB James Harrison und CB Ike Taylor unterbunden. „Ich lief in die Mitte des Feldes. Ich hatte das Gefühl, den Ball sicher in den Händen zu haben, bevor sie ihn mir wieder aus den Händen geschlagen haben“, meinte Shipley nach der Partie.
Bei den Steelers gab es nach diesem Erfolg nur ein kollektives Aufatmen. Hatte man die letztjährige Niederlage doch noch in unguter Erinnerung. „Wir haben diesen Horror schon erlebt. Noch einmal wollte ich da nicht durch. Dieses Ende gefällt mir deutlich besser als noch in der letzten Saison“, war Steelers-Head-Coach Mike Tomlin erleichtert und vergaß nicht Harrison zu loben, der den Sieg gesichert hatte: „Solch eine Aktion ist typisch für James. Er ist ein großartiger Spieler und ist immer zur rechten Zeit am richtigen Platz.“
© Korber - 09.11.2010

James Harrison griff im entscheidenden Moment erfolgreich ein (© Getty Images)
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