Munich Cowboys 2010 – eine Bilanz
Ein ereignisreiches Jahr 2010 war den Fans und Sympathisanten der Munich Cowboys 2010 beschieden. Obwohl die Spielzeit sportlich mit Platz 5 im Niemandsland und somit vorzeitig endete, zeigten sich einige hoch interessante Entwicklungen, die sich auch zukünftig auswirken.
Sportlich – Licht und Schatten
Nach dem unfreiwilligen Umbruch durch den Weggang von Head Coach John Rosenberg gelang den Verantwortlichen um Präsident Werner L. Maier mit dem neuen Cheftrainer Phil Hickey ein Befreiungsschlag. Hickey bestätigte sich als Glücksgriff, auch wenn die Leitfigur strategisch mit viel zu hoch gesetzten Zielen seine eigene Leistung sowie die der Mannschaft in schlechterem Licht erscheinen ließ. Immerhin gelang ihm ohne Imports und sonstige namhafte Zugänge (vom immer noch topfit agierenden Ingo Seibert einmal abgesehen) ein besseres Ergebnis als seinem Vorgänger. Hickey ist es auch anzurechnen, dass sich Spieler wie Tarik Ibrahim oder Max Macek, die zuvor immer in die zweite Reihe verbannt wurden, optimal weiterentwickeln konnten und ihr Leistungspotential über die gesamte Saison hervorragend ausschöpfen konnten. Ein weniger glückliches Händchen bewies der US-Amerikaner bei der Position des Quarterbacks. Zunächst setzte Hickey voll auf Gary Lautenschlager, der sich allerdings früh in der Saison schwer verletzte. Anstatt nun das Spielsystem anzupassen, zwängte er Routinier Travis Harvey in eine ähnliche Rolle, die diesem nur bedingt lag. Der Erfahrung und dem Einsatz Harveys ist es wohl letztlich zu verdanken, dass die Munich Cowboys trotz der schwierigen Situation in den entscheidenden Momenten die Punkte gegen die Relegation holten. Dass die Situation über einen längeren Zeitraum alles andere als optimal war, zeigt auch der schnelle Wechsel von Travis Harvey kurz nach Saisonende zu den Ingolstadt Dukes. Ein weiterer Pluspunkt Hickeys ist die höchst erfolgreiche Heranführung junger Spieler an das Spielniveau in Deutschlands höchster Spielklasse. Hier konnte er sich auf die hervorragende Zuarbeit von Jugend-Head-Coach Florian Berrenberg verlassen, der bereits im zweiten Jahr sehr gute Arbeit im Jugendbereich ablieferte und so einen Grundstein für die nächsten Jahre gelegt hat.
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass mit ein bis zwei Abgängen weniger die Playoffs wahrscheinlich möglich gewesen wären. Ob der sportliche Umbruch allerdings abgeschlossen ist, wird sich in der Vorbereitung auf die neue Saison zeigen. Phil Hickey ist es in jedem Fall zu wünschen, für die neue Saison eine breitere Basis zur Verfügung zu haben, um seine Philosophie noch besser umsetzen zu können.
Das Drumherum stagnierte
Nachdem 2009 noch fast 1.100 Zuschauer die Heimspiele der Munich Cowboys besuchten, mussten die Landeshauptstädter 2010 eine Einbuße von 30 % bei den Zuschauerzahlen hinnehmen. Sicher spielen hier die Kollisionen mit Spieltagen der Fußball-WM eine Rolle. Letztlich sind die Folgen in der Kasse abzulesen. Mit Brother konnte für 2010 ein weiterer Sponsor präsentiert werden. Im Umfeld des Vereins wurde allerdings berichtet, dass der bisherige Sicherheitspartner für 2011 nicht mehr zur Verfügung stehen wird, so dass hier eine Veränderung zu erwarten ist. Zusätzlich ist aufgrund der Aufstockung der Liga mit Mehrkosten (z.B. Fahrtkosten) zu rechnen, die bei gleich bleibender Zuschauerentwicklung durch die Mehreinnahmen aufgrund der zusätzlichen Heimspiele nicht gedeckt werden.
Grundsätzlich liegt das Problem bei Zuschauern und Sponsoren in München sicher an der mangelnden Weiterentwicklung des Produkts American Football. Nur die sportliche Leistung ist sicher zu wenig, da man trotz der marginalen Steigerung gegenüber dem Vorjahr die meiste Zeit der Saison im unteren Tabellenbereich beheimatet war.
Nach dem Weggang eines Großteils der Cheerleader zum FC Bayern Basketball Ende 2009 wurde zwar der Versuch unternommen, ein neues Dance Team zu etablieren. Dieses Team stand an den Spieltagen allerdings nur sporadisch und dann nur zeitlich sehr begrenzt zur Verfügung.
Mit dem neuen Eishockey-DEL-Team EHC München sowie dem sehr stark aufstrebenden FC Bayern Basketball stehen den Munich Cowboys in Bayerns Landeshauptstadt neben den traditionell sehr hochklassig vertretenen Fußballvereinen weitere starke Konkurrenten um die Gunst von Fans und vor allem Sponsoren gegenüber. Mit Mittelmaß wird man sich auf die Dauer auf Bundesliganiveau nicht halten können.
Eine weitere noch ungelöste Baustelle im Verein ist die Flagabteilung. Nachdem bereits über einen längeren Zeitraum kein Abteilungsleiter zur Verfügung steht, bleibt abzuwarten, wie sich dieser für die Zukunft immens wichtige Bereich in Zukunft entwickeln wird. Am 11. November 2010 treffen sich die Mitglieder der Munich Cowboys zur ordentlichen Hauptversammlung. Hier wird dieses Problem neben weiteren sicher zur Sprache kommen.
© Mackedanz - 07.11.2010

Phil Hickey war als neuer Head Coach ein wahrer Glücksgriff für die Munich Cowboys (© Hundt)
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11.05.
Munich Cowboys - Franken Knights
30
:
14
18.05.
Schwäbisch Hall Unicorns - Munich Cowboys
37
:
3
25.05.
Saarland Hurricanes - Munich Cowboys
18:00 Uhr
01.06.
Munich Cowboys - Rhein-Neckar Bandits
16:00 Uhr
08.06.
Stuttgart Scorpions - Munich Cowboys
18:00 Uhr
15.06.
Franken Knights - Munich Cowboys
17:00 Uhr
22.06.
Rhein-Neckar Bandits - Munich Cowboys
16:00 Uhr
29.06.
Munich Cowboys - Schwäbisch Hall Unicorns
16:00 Uhr
27.07.
Munich Cowboys - Marburg Mercenaries
16:00 Uhr
03.08.
Wiesbaden Phantoms - Munich Cowboys
17:00 Uhr
10.08.
Munich Cowboys - Wiesbaden Phantoms
16:00 Uhr
24.08.
Munich Cowboys - Saarland Hurricanes
16:00 Uhr
01.09.
Marburg Mercenaries - Munich Cowboys
16:00 Uhr
07.09.
Munich Cowboys - Stuttgart Scorpions
16:00 Uhr
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