Leichtes Spiel für Spitzenreiter
Oregon, die Nummer eins in den Top 25 sowohl der Head Coaches als auch der Journalisten, hatte im vorgezogenen Spiel des achten Spieltages gegen UCLA leichtes Spiel und gewann letztlich mit 60:13. Angesichts der Vorstellung der Ducks war selbst UCLAs Head Coach Rick Neuheisel, dessen Team ja nicht unbedingt ein Punktelieferant ist und vor ein paar Wochen immerhin bei Texas klar gewonnen hatte, fast sprachlos. „Das war beeindruckend. Dabei will ich es eigentlich belassen. Sie waren heute Abend in allen Bereichen sagenhaft. Das Tempo des Spiels, der Quarterback war mit fast allem erfolgreich - da hatten wir es schwer, mitzuhalten“, lobte er den Gegner. Ein paar Zahlen untermauern den Klassenunterschied zwischen den beiden Teams in dieser Partie. Oregon war gerade mal etwas mehr als ein Drittel der Spielzeit in Ballbesitz, holte aber mehr als doppelt so viele Yards (582 gegenüber 290). Letztlich war es fast egal, wer auf dem Feld stand. Als RB LaMichael James, einer der Stars im Angriff der Ducks, vorübergehend angeschlagen raus musste, sprang ein Mann namens Remene Alston ein, ohne dass das den Angriff irgendwie beeinträchtigte. Alston holte bei seinen acht Läufen letztlich im Schnitt 9,4 Yards pro Lauf und drei Touchdowns. Warum diese Personalie erwähnenswert ist? Weil Alston nicht etwa das nächste Jung-Talent ist, das auf seine Chance wartet, sondern ein selten eingesetzter Reservist im letzten College-Jahr.
UCLA sah nur zu Beginn für ein paar Minuten wie ein gleichwertiger Gegner aus. Beim ersten Ballbesitz des Spiels arbeiteten sich die Bruins von der eigenen 21-Yard-Linie bis an Oregons 30-Yard-Linie von. Im siebten Spielzug endete der Angriff aber mit einer Interception an Oregons 10-Yard-Linie. Der Hochgeschwindigkeitsangriff von Oregon, der weniger Zeit zwischen zwei Spielzügen verstreichen lässt als jedes andere Team, brauchte danach nur acht Spielzüge und knapp zwei Minuten Zeit, um die 90 Yards zum ersten Touchdown (8-Yard-Lauf von LaMichael James) zu überbrücken. In dem Stil ging es weiter. Oregon schloss seine fünf Angriffsserien der ersten Halbzeit und die erste in der zweiten alle mit Punkten ab und führte so bei Halbzeit mit 32:3 und nach dreieinhalb Minuten im dritten Viertel mit 39:3. Erst beim siebten Ballbesitz blieben die Ducks erstmals ohne Punkte, als sie an UCLAs 2-Yard-Linie einen vierten Versuch ausspielten und durch einen erfolglosen Pass gestoppt wurden. Später lief das Ergebnis auch deshalb völlig aus dem Ruder, weil Oregon zweimal durch Fumbles der Bruins wenige Yards vor deren Endzone in Ballbesitz kam und jeweils im ersten Spielzug danach einen Touchdown erzielte (zum 46:6 und zum 60:6).
© Hoch - 22.10.2010

Dem Druck von Oregons Angriff (hier RB LaMichael James) war die Abwehr von UCLA nicht gewachsen. (© Getty Images)
Leser-Bewertung dieses Beitrags:
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