SEC hat neues „Team to beat“
Die Southeastern Conference hat im Kampf um die Plätze im National Championship Game ein neues Eisen im Feuer. Nach der Niederlage von Titelverteidiger Alabama vor einer Woche und dem endgültigen Absturz von Florida schickt sich Auburn nach dem 65:43-Erfolg gegen Arkansas an, die Rolle als Titelanwärter zu übernehmen. Natürlich haben die Tigers mit LSU und vor allem dem Lokalderby bei Alabama in den kommenden Wochen noch schweren Aufgaben vor sich, und die gegen Arkansas kassierten 566 Yards werfen die Frage auf, ob die Mannschaft in der Defensive wirklich das Zeug zum Endspiel-Teilnehmer hat. Andererseit besitz das Team mit QB Cameron Newton den zurzeit vielleicht begeisterndsten Angreifer. „Unsere Nummer zwei ist ein spektakulärer Spieler. Das konnte die ganze Welt sehen“, schwärmte Auburns Head Coach Gene Chizik. Newton war für 328 von Auburn 470 Yards verantwortlich. Vor allem mit seinen Läufen (25 für 188 Yards und drei Touchdowns) kam die Abwehr von Arkansas überhaupt nicht zurecht. Spätestens nach diesem Spiel gilt Newton, dessen College-Karriere 2007 bei Florida begonnen hatte und der über ein Junior College in Texas zu Auburn gekommen war, als einer der Haupt-Kandidaten für den Gewinn der Heisman Trophy, mit der der MVP der Saison im Dezember geehrt wird.
Für Arkansas’ QB Ryan Mallett, der bislang als erster Anwärter auf die Heisman Trophy galt, lief das Spiel weniger glücklich. Er schied im zweiten Viertel aus, nachdem ein Verteidiger der Tigers auf ihm gelandet und er hart mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen war. Bei Arkansas machte man zunächst ein Geheimnis um den Grund für Malletts Ausscheiden. Später gab Head Coach Bobby Petrino auf Drängen von Journalisten zu, dass Mallett eine Gehirnerschütterung erlitten habe. Sein Ersatzmann Tyler Wilson führte den Angriff zunächst genauso souverän, warf vier Touchdown-Pässe und brachte die Razorbacks nach einer Minute im letzten Viertel sogar mit 43:37 in Führung (23-Yard-Pass auf WR Greg Childs). Letztlich machte Wilson dann aber doch Fehler, die das Spiel mitentschieden.
Nach der erwähnten Führung überschlugen sich die Ergeignisse, mit einer für Arkansas unglücklichen Wendung. Im direkten Gegenzug ging Auburn nach sieben Spielzügen wieder in Führung (15-Yard-Pass von Newton auf WR Emory Blake zum 44:43). Vier Spielzüge danach verlor RB Broderick Green beim Tackle den Ball, und S Zac Etheridge erzielte mit einem 47-Yard-Return den Touchdown zum 51:43. Die Szene war umstritten, weil es in der verlangsamten Wiederholung so aussah, als wäre Green bereits „down“ gewesen, bevor er den Ball verlor, aber das Ganze war so knapp, dass man es den Schiedsrichtern nicht verübeln konnte, dass sie die Entscheidung trotz Überprüfung nicht revidierten. Verloren war da für Arkansas noch nichts. Aber im folgenden Spielzug zögerte Wilson mit einem Pass in die Mitte etwas zu lange, so dass ILB Josh Bynes den Ball an der 40-Yard-Linie der Gäste abfangen und bis an die 7-Yard-Linie tragen konnte. Im zweiten Spielzug des folgenden Angriffs erzielte Newton seinen dritten Touchdown-Lauf (drei Yards) zum 58:43. Das war achteinhalb Minuten vor Spielende die Vorentscheidung. Drei Spielzüge später fing Bynes einen weiteren schlechten Pass von Wilson ab, dieses Mal an der 47-Yard-Linie der Razorbacks, was eine knappe Minute später den endgültigen KO für Arkansas zur Folge hatte.
© Hoch - 17.10.2010

Auburns QB Cameron Newton lässt sich nach dem 65:43-Sieg gegen Arkansas von den Fans ausgiebig feiern. (© Getty Images)
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