Nicht zu stoppen
Fehlerfrei war das Spiel der Boise State Broncos gegen die Oregon State Beavers mitnichten. Acht zum größten Teil unnötige Penalties, ein verlorener Fumble und keine besonders erfolgreiche Deckungsarbeit der Special Teams bei Punt-und Kickoff-Returns legten davon ein deutliches Zeugnis ab. Aber auf der anderen Seite ist da eine explosive Offense, die wohl zurzeit im College Football seinesgleichen sucht. Allein QB Kellen Moore macht im Normalfall schon den entscheidenden Unterschied aus. Gegen Oregon State spielte er ein weiteres Mal fehlerfrei und brachte 19 seiner 27 Passversuche für 288 Yards und drei Touchdowns an den Mann. Wenn dazu auch noch im entscheidenden Moment RB Doug Martin über sich hinaus wächst und alleine in der zweiten Halbzeit 119 Yards ohne jeden Fehl und Tadel erläuft, dann hat auch ein Team wie der Gast aus Corvallis (Oregon) in Wirklichkeit nicht die Spur einer Chance und wird letztendlich klar mit einer 24:37-Niederlage nach Hause geschickt.
Eigentlich hätte alles noch viel einfacher für die Gastgeber sein können. Die Bühne war perfekt vorbereitet: Das Spiel wurde in den gesamten USA übertragen, sodass man auch die Möglichkeit hatte, die Juroren in den College-Abstimmungen zu erreichen, die nicht jeden Tag Boise State live verfolgen können. Dann konnten schon nach wenigen Minuten die 34.137 euphorischen Fans im ausverkauften Bronco-Stadium jubeln, als WR Austin Pettis nach einem Reverse als Passer agierte und Tommy Gallarda sauber zum 7:0 bediente. Wären da nicht die unnötigen Fehler gewesen. Noch im ersten Quarter trug James Rodgers einen Punt-Return über 54 Yards in die Broncos-Endzone zurück und sorgte für den Ausgleich. Doch bis zur Halbzeit hatten die Gastgeber das Heft wieder fest in der Hand und zogen durch erfolgreiche Passfänge von Austin Pettis und Titus Young klar mit 24:10 in Front.
Nach der Pause blieb aber Oregon State durch einen 4-Yard-TD-Run von Jacquizz Rodgers in Schlagweite, doch Tyler Shoemaker stellte bald wieder den alten Abstand her. Damit war eigentlich alles klar, bis Joe Halahuni recht glücklich einen Fumble seines Teamkollegen Darrell Catchings in der Endzone von Boise State sicherte und damit auf 24:31 verkürzen konnte. Doch ein Mann der Special Teams behielt wie gewohnt souverän die Nerven: K Kyle Brotzman machte mit zwei weiteren Field Goals endgültig den Sack zu und bewies sich wieder einmal als Mister Hundertprozent. Brotzman verwandelte alle vier Extrapunktversuche und auch die drei von seinem Coach angeforderten Field Goals gingen sicher durch die Goal Posts.
Ganz zufrieden war Chris Petersen, Head Coach von Boise State, mit seinem Team aber trotzdem nicht: "Es sah manchmal nach einem ganz, ganz langen Tag für uns aus. Das Beste war eindeutig, dass wir heute als Sieger vom Platz gegangen sind. Aber ich glaube, jeder in der Kabine wußte nach dem Spiel, wie unnötig schwer wir es uns selber gemacht haben. Es gab eine Phase im Spiel, da waren wir richtig frustriert und haben daraus folgend absolut unnötige Strafen kassiert."
Oregon State Head Coach Mike Riley fand aus seiner Sicht: "Es war ein hartumkämpftes Spiel. Aber man muss klar sagen, dass wir im entscheidenden Moment nicht kaltblütig genug waren, um ein Team von der Qualität wie Boise state in die Knie zwingen zu können. Auf jeden Fall hat unser Team trotzdem bis zum Schluß gekämpft und wenn uns im letzten Quarter noch ein Touchdown gelungen wäre, dann hätte noch einiges passieren können."
© Wittig - 26.09.2010

Kellen Moore und seine Offense spielten auch gegen Oregon State souverän (© Getty Images)
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