Mallett im Stile eines MVPs
QB Ryan Mallett von Arkansas ist für viele Fachleute der zurzeit beste klassische Passer im College Football und einer der Hauptanwärter auf den Gewinn der Heisman Trophy am Ende der Saison. Was man als MVP-Kandidat neben guten Statistiken und Siegen mit der Mannschaft auch braucht, ist die Fähigkeit, in kritischen Momenten ein Spiel an sich reißen und entscheiden zu können. Diese Fähigkeit hatte Mallett in seiner Karriere noch nicht wirklich gezeigt. Im Spiel bei Georgia bot sich die Gelegenheit dazu und die nutzte er. Als sein Team 54 Sekunden vor Spielende noch einmal in Ballbesitz kam, an der eigenen 27-Yard-Linie, führte Mallett die Razorbacks mit drei Pässen, alle unter Druck in der Rückwärtsbewegung geworfen, zum Touchdown (40 Yards auf WR Greg Childs), der das Spiel 15 Sekunden vor Schluss entschied. „Es ist ein unwirkliches Gefühl. Eine solche Erfahrung hatte ich bis jetzt noch nicht gemacht. Es ist selten, dass ein Spiel so entschieden wird“, sagte Mallett zum furiosen Endspurt. Die Freude war umso größer, als Arkansas zuvor drauf und dran gewesen war, ein Spiel, das man nach Mallets zweitem Touchown-Pass in den letzten Sekunden des dritten Viertels zum 24:10 unter Kontrolle zu haben schien, noch aus der Hand zu geben. Mallett selbst war in dieser Phase des Spiels auch weitgehend untergetaucht.
Warum die Razorbacks im vierten Viertel plötzlich ins Straucheln kamen, war nicht wirklich auszumachen. Vielleicht fühlte man sich mit der 14-Punkte-Führung schon zu sicher, zumal Georgias nächster Ballbesitz in der dritten Minute des vierten Viertels mit einem erfolglos ausgespielten vierten Versuch an Arkansas’ 30-Yard-Linie geendet hatte. Bei Georgias nächstem Angriff ließ sich die Abwehr von Arkansas im dritten Spielzug aber mit einem 46-Yad-Pass auf WR Kris Durham bis an seine 5-Yard-Linie überrumpeln, und zwei Spielzüge später kam Georgia auf 17:24 heran (10-Yard-Pass von QB Aaron Murray auf TE Tavarres King. Während die Bulldogs danach wieder Hoffnung schöpften, machten sich die Razorback das Leben selbst schwer. Beim folgenden Ballbesitz fingen sie sich drei Strafen ein, die 35 Yards Raumverlust brachten, und mussten punten. Ein 35-Yard-Pass von Murray auf Durham im ersten Versuch des nächsten Angriffs brachte Georgia bis an die 17-Yard-Linie. Vier Spielzüge später erzielte man den Ausgleich, und alles lief für Georgia. Begünstigt wurde die Entscheidung dann durch einen Deckungsfehler. Der Conerback, der WR Greg Childs auf der linken Angriffsseite gegenüber stand, wähnte sich für einen anderen Gegenspieler zuständig und ließ Childs ziehen. Einen zur Hilfe eilenden Safety ließ Childs mit einer eleganten Bewegung ins Leere springen, und dann hatte er die letzten gut 25 Yards freie Bahn Richtung Endzone.
© Hoch - 19.09.2010

QB Ryan Mallett (Nr. 15) von Arkansas bewies im entscheidenden Moment gegen Georgia Führungsstärke. (© Getty Images)
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