Langeweile pur in Tuscaloosa
Spitzenspiele halten oft nicht das, was sich Fans und Medien von ihnen versprechen, und das Spiel des amtierenden Meisters Alabama gegen Penn State war dafür ein gutes Beispiel. Spannend war das Spiel nie, es war schlicht langweilig, weil sich zwei Teams gegenüberstanden, die leistungsmäßig zurzeit nicht auf Augenhöhe sind. Am Ende gewann Alabama mit 24:3, weil Penn State in der Offensive nicht genug entgegenzusetzen hatte. Überraschen durfte das eigentlich nicht, denn die Nittany Lions spielen mit einem College-Neuling auf der Quarterback-Position, und wirklich gute Receiver haben sie auch nicht. Wie kann man da erwarten, beim Top-25-Spitzenreiter zu gewinnen. „Sie coachten besser als wir, sie waren spielerisch besser als wir, sie haben uns ordentlich vermöbelt. Gibt es noch etwas, das Sie wissen wollen“, grantelte Penn States Head Coach Joe Paterno zu Beginn seines kurzen Auftritts auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Damit war in der Tat das Wesentliche gesagt.
Das Fehlen eines routinierten Quarterbacks war das wohl größte Manko der Gäste. „Wenn du gegen einen Freshman Quarterback spielst, dann willst du deine taktischen Maßnahmen gut verscheiern. Du willst ihn unter Druck setzen und dafür sorgen, dass er sich unwohl fühlt“, erklärte ILB Dont’a Hightower, wie man die Unerfahrenheit von Penn States Angriffsführer ausnutzen wollte. Hightower selbst setzte das entsprechend um und war an einer der frühen Schlüsselszenen des Spiels beteiligt. Nachdem Alabama mit seinem zweiten Ballbesitz das 7:0 vorgelegt hatte (36-Yard-Pass von QB Greg McElroy auf WR Kevin Norwood), erreichte Penn State in neun Spielzügen Alabamas 20-Yard-Linie. Im zehnten Spielzug wurde QB Robert Bolden beim Pass von Hightower attackiert, und S Will Lowery fing den verunglückten Wurf an Alabamas 3-Yard-Linie ab. Im Anschluss daran marschierte Alabama in neun Spielzügen, fünf davon Läufe von RB Trent Richardson, die 73 der 97 Yards dieser Angriffsserie brachten, zum 14:0. Von diesem Rückschlag erholte sich Penn State nicht mehr. Dies Bolden anzulasten, würde ihm aber nicht gerecht werden. „Er hat gute Sachen gemacht und schlechte Sachen. Aber das war zu erwarten. Eine laute Kulisse, ein harter Gegner, der gut spielte und gut gecoacht wurde - das hat es ihm sehr schwer gemacht“, nahm Paterno seinen Quarterback in Schutz.
Die beste Chance, das Spiel noch einmal etwas offen zu gestalten, hatte Penn State beim ersten Ballbesitz der zweiten Halbzeit. Aber nach Erreichen von Alabamas 26-Yard-Linie beendete Boldens zweite Interception, dieses Mal an Alabama 13-Yard-Linie, diesen Angriff im elften Spielzug. Die letzten minimalen Zweifel am Ausgang des Spiels beseitigte Alabama in der ersten Minute des vierten Viertels als der überragende Trent Richardson, der an Stelle des immer noch verletzten Mark Ingram die Hauptlast im Angriff trug, eine lange Angriffsserie (zwölf Spielzüge, 71 Yards, knapp sechseinhalb Minuten Ballbesitz) mit einem 1-Yard-Lauf zum 24:0 abschloss.
© Hoch - 12.09.2010

Alabamas TE Preston Dial bejubelt seinen Touchdown zum 14:0-Zwischenstand im Spiel gegen Penn State. (© Getty Images)
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