Jeanette Beastoch: Ottawa war toll!

Frauen Flag Football - Spurtschnell und mit WachstumspotentialJeanette Beastoch tanzt im Footballgeschäft auf vielen Veranstaltungen. Im Sommer fuhr sie als Mitglied der ersten deutschen Frauenfootball Nationalmannschaft zur ersten WM nach Stockholm. Vor wenigen Tagen kehrte sie mit der Frauen-Flag-Nationalmannschaft von der diesjährigen Flag-WM aus Ottawa zurück. Football-aktuell.de befragte die Heimkehrerin und Universalsportlerin nach ihren Erlebnissen.


Football-aktuell.de:
Hallo Jeanette, wie hat es Dir in Ottawa gefallen? War die Verpflegung gut und die Unterkunft akzeptabel?

Jeanette Beastoch:
Ottawa war toll. Wir waren auf dem Campus der Carleton University untergebracht, Männer und Frauen natürlich streng getrennt und in verschiedenen Häusern. Besonders schön war, dass wirklich alle Nationen auf dem Campus wohnten und man sich auch außerhalb des Turniers ständig über den Weg lief und ins Gespräch kommen konnte. Die Verpflegung war typisch nordamerikanisch. Zum Frühstück konnte man sich beispielsweise auch mit Pancakes und Bratkartoffeln den Bauch voll schlagen. Es war sehr vielseitig und abwechslungsreich, jedoch nicht nur gesunde Sportlernahrung. Ich denke, mit den Rahmenbedingungen waren alle rundum zufrieden.

Football-aktuell.de:
Wieso konnte die Damen-Mannschaft nur siebten Platz belegen?

Jeanette Beastoch:
Dafür gibt es sicherlich mehrere Gründe. Zum einen ist Flag Football in Deutschland immer noch sehr unbekannt und wird auch nur von wenigen Frauen gespielt. Es gibt hier auch kaum reine Damenmannschaften. Gerade mal bei einem deutschen Turnier, nämlich dem „Big Bowl“, gibt es eine eigene Wertungsklasse für Damen und das auch nur, weil es ein internationales Turnier ist. Ansonsten müssen die Frauen in den Männerteams mitspielen. Und bei den Jungs muss man sich erst mal beweisen, damit die einen überhaupt mitspielen lassen. Ein paar haben sich auch von den Kosten abschrecken lassen. 800 bis 1000 Euro für einen Flug nach Kanada aufzubringen, ist auch nicht jedem möglich. Grundsätzlich waren wir dieses Jahr schon viel besser besetzt als noch letztes Jahr bei der Europameisterschaft in Irland. Dennoch waren uns viele Teams athletisch überlegen. Ein Sieg gegen Israel hätte drin sein müssen und auch gegen Dänemark bereits in der Vorrunde. Und schon hätten wir auch fünfter werden können.

Football-aktuell.de:
Wie geht es nun weiter für Dich und der Damen-Flagmannschaft und natürlich auch mit der Damen-Tacklemannschaft?

Jeanette Beastoch: Mal schauen, was als Nächstes ansteht. Solange sich Tackle- und Flagnationalmannschaft miteinander vereinbaren lassen, möchte ich auch beiden Teams zur Verfügung stehen. Die Flagnationalmannschaft wird zukünftig regelmäßige Trainingslager veranstalten und an verschiedenen nationalen Turnieren teilnehmen, bei denen wir natürlich fast ausschließlich gegen Männer spielen müssen. Für die Tacklenationalmannschaft gibt es bislang noch keine weiteren Termine. Ich hoffe, dass das angedachte Freundschaftspiel gegen die Österreicherinnen irgendwann stattfinden wird. Aktuell läuft aber erst mal die Tacklesaison in der DBL. Dort werden wir uns mit den Hurricanes im Halbfinale den Kobra Ladies aus Berlin stellen müssen. Wer sich im Damenfootball auskennt, weiß, dass das kein Zuckerschlecken wird.

Football-aktuell.de:
Diese beiden Veranstaltungen waren für Dich sicherlich nicht ganz einfach zu handeln, dazu kam ja noch die Schulterverletzung und nebenbei muss frau ja auch noch arbeiten.

Jeanette Beastoch:
Sowohl Tackle- als auch Flag-WM in einem Jahr ist schon ein ordentliches Programm. Zum Glück lagen ca. sechs Wochen zwischen den beiden Veranstaltungen. Schweden war deutlich anstrengender als Ottawa, viel straffer organisiert mit viel weniger Freizeit. Dazu kommt, dass man ein Tacklespiel um einiges länger in den Knochen spürt als ein Flagspiel. Auch meine Schulter war zu diesem Zeitpunkt noch nicht so belastbar. Mittlerweile ist die Schulterverletzung fast vollständig ausgeheilt und beeinträchtigt mich beim Spielen überhaupt nicht mehr. In Ottawa bin ich ohne Pad direkt auf die rechte Schulter gefallen. Hat gehalten. Härtetest also bestanden. Aber insgesamt war das natürlich kein idealer Start in diese ereignisreiche Footballsaison. Ja, und arbeiten muss Frau natürlich auch noch. Irgendwie muss man ja die Kosten dieser Reisen aufbringen.

Football-aktuell.de:
Wohin geht nach Deiner Meinung die Reise des deutschen Flag Footballs? 5vs5 verdrängt 9vs9?

Jeanette Beastoch:
Eigentlich hat 5er Flag 9vs9 im Seniorenbereich längst verdrängt. Es gibt nur wenige Mannschaften im Norden Deutschlands, die in einer kleinen Liga mit sieben Mannschaften 9er Flag spielen. 9er Flag mit Semikontakt macht allenfalls im Jugend- und Kinderbereich noch Sinn, um die Kids auf Tacklefootball vorzubereiten. International wird im Seniorenbereich nur 5er Flag gespielt. Die Mehrheit der Teams spielt bereits jetzt 5vs5. Wenn man auf internationalem Niveau mitspielen möchte, ist die Verfestigung des 5er Flag im Deutschen Football dringend notwendig. Der AFVD sollte hier Farbe bekennen und seine Landesverbände anhalten, feste Ligastrukturen für 5er Flag Football zu etablieren.

Football-aktuell.de:
Was müssen die beiden Flagnationalmannschaften unternehmen, um auf das berühmte Treppchen zu gelangen?

Jeanette Beastoch:
Wir Frauen sind bislang einfach insgesamt zu wenig Spielerinnen. Aber auch mit dem bestehenden Kader können wir durch regelmäßiges Training und gezieltes Arbeiten an individuellen Schwächen durchaus in Zukunft noch einiges mehr erreichen. Man muss auch sehen, dass die Deutsche Damenflagnationalmannschaft dieses Jahr zum ersten Mal an einer WM teilgenommen hat. Wir fangen ja gerade erst an. Die Männer sind uns da bereits einen Schritt voraus. Fünfter Platz bei einer WM und dabei drittbestes europäisches Team - mehr konnte man fast nicht erwarten. Wichtig ist, dass beide Mannschaften jetzt am Ball bleiben und regelmäßig miteinander trainieren um direkt dort anzuknüpfen, wo man in Ottawa aufgehört hat.

Schlüter - 26.08.2010

Frauen Flag Football - Spurtschnell und mit Wachstumspotential

Frauen Flag Football - Spurtschnell und mit Wachstumspotential (© Flag Football Nationalmannschaft)

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