Deutschland will ins Finale
Dass der nächste Gegner immer der schwerste sein wird, ist auch im Football der Fall. Wenn die deutsche Mannschaft am morgigen Donnerstag ab 19.30 Uhr in der Wiesbadener Brita-Arena auf die finnische Nationalmannschaft trifft, wird es für die „Men in Black“ mit Sicherheit kein leichtes Unterfangen werden, den vierten Finaleinzug in Folge zu realisieren. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, steigt von Tag zu Tag. An den Fehlern aus dem Eröffnungsspiel wurde gearbeitet und diese sollen nicht mehr vorkommen. Auch die Erholungsphase war lang genug. Dennoch hat das deutsche Team Verletzungssorgen. Denn DL Florian Emslander und WR Pascal Meier werden mit Sicherheit ausfallen. Der Einsatz von WR Radko Zoller ist zumindest fraglich.
Aber dennoch ist der Optimismus im Trainerstab kein Zweckoptimismus. Gebremste Euphorie passt da dann besser. „Wir denken immer von Spiel zu Spiel. Für uns ist jedes Spiel ein Endspiel“, beschreibt Defensive Coordinator Walter Rohlfing die derzeitige Situation. So gilt es für ihn und den kompletten Trainerstab der Nationalmannschaft sich auch in Nachtschichten auf das Spiel vorzubereiten. Denn im Prinzip bleiben kaum 48 Stunden bis zum Spiel, um die Mannschaft einzustellen. So saßen die Trainer bis in die frühen Morgenstunden in ihren Meetingräumen, um das Spiel der Finnen gegen Österreich zu analysieren.
Auch wenn sich die finnische Mannschaft derzeit im Umbruch befindet und nach Meinung des finnischen Head Coaches die großen Zeiten vorüber sind, so gehört Finnland immer noch zu den Topnationen und kann Deutschland morgen durchaus gefährlich werden. Dieser Situation ist man sich auch im deutschen Team bewusst. Auch wenn die Finnen gegen Österreich einige Ballverluste hatten, ist sich Rohlfing sicher, dass die finnischen Trainer diese Fehler morgen bereits abgestellt haben werden.
Im Spiel gegen Österreich zeigten die Finnen durchaus das, was man auf deutscher Seite erwartet hatte. „Die Finnen sind hervorragend organisiert, wissen ihre Stärken und Schwächen. Sie haben eine Mannschaft, die als Außenseiter gehandelt wurde und durchaus einen starken Eindruck hinterlassen hat“, sagt Walter Rohlfing. Das bekamen auch die Österreicher zu spüren, die sich vor allem in der ersten Halbzeit immer wieder schwer taten, ihren Rhythmus gegen die Finnen zu finden.
In der Offense plagen Arbon durchaus ein paar Sorgen. „Sie sind groß und athletisch. Wir müssen auf einen unserer Top-Receiver verzichten. Mit den fünf Receivern, die wir haben, sind wir aber sehr gut aufgestellt.“ Vor allem von den Leistungen von Jan Hilgenfeldt war Arbon sehr angetan. Ursprünglich als Kicker für die EM nominiert, soll der für die Dresden Monarchs spielende Hilgenfeldt angesichts der Receiver-Problematik nun auch als Passempfänger eingesetzt werden. Eine Position, die er auch bei den Monarchs bekleidet. Was den Starting Quarterback betrifft, so hat sich Arbon bereits festgelegt. In Wiesbaden soll der für die Marburg Mercenaries spielende Joachim Ullrich als Erster die Snaps in Empfang nehmen.
© Hundt - 28.07.2010

Gegen Finnland soll Joachim Ullrich zunächst die Offense anführen (© Hundt)
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