Das Team wächst zusammen
„Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.“ Mit diesen Worten kommentierte Willy Brandt am 10. November 1989 den Fall der Berliner Mauer. In Duisburg geht es zwar nicht um die Berliner Mauer oder andere politische Konstrukte. Dennoch lassen sich die Worte des Alt-Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers auch auf das Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft in der Sportschule Duisburg-Wedau anwenden. Nach nur eineinhalb Tagen wächst das Team immer mehr zusammen, ist nach Meinung von Leistungssportdirektor Marshall Happer auf dem richtigen Weg vor dem Länderspiel gegen Japan eine Einheit zu werden. Immerhin steht seit heute Nachmittag auch fest, dass die Partie gegen Japan stattfinden kann. Denn die Gäste aus dem Land der aufgehenden Sonne sind in Düsseldorf angekommen.
Allerdings verletzten sich mit OL Hannes Irmer und LB Mario Nowak auch zwei weitere Akteure – allerdings weniger tragisch wie am Tag zuvor OL André Mathes. Irmer brach sich einen Finger, Nowak zog sich eine Verletzung am Knöchel zu. Schon im Sommer musste die medizinische Abteilung der Nationalmannschaft immer wieder mit Verletzungen kämpfen. „Ich weiß nicht, woran es liegt. Aber da müssen wir uns wirklich ein paar Gedanken machen“, sagt Happer.
Körperlich wird von den deutschen Spielern derzeit auch sehr viel abverlangt. Zwei praktische Trainingseinheiten sowie abends noch die entsprechenden theoretischen Stunden im Meetingraum haben die deutschen Trainer bis einschließlich Freitag anberaumt, um das Team auf das Spiel gegen Japan vorzubereiten. Nahezu alle deutschen Spieler befinden sich derzeit in der Saisonvorbereitung und haben bisher höchstens ein oder zwei Vorbereitungsspiele absolviert.
„Von der Football-Motorik her sind wir gerade erst am Anfang. Die meisten der Spieler haben seit September oder Oktober nicht mehr gespielt“, hatte Defensive Coordinator Walter Rohlfing noch vor dem Beginn des Camps erklärt. Im Bezug auf die Geschwindigkeit der japanischen Spieler sind dann die von Rohlfing beschriebenen motorischen Fähigkeiten seiner Spieler dann durchaus auch als Handicap anzusehen. „Die Japaner haben momentan zwar auch keine Saison, aber dort endete die Saison auch erst im Januar.“
Während die deutschen Spieler seit den Sichtungslehrgängen zu keiner weiteren Maßnahme zusammengezogen wurden, trafen sie die Akteure der japanischen Nationalmannschaft immerhin einmal im Monat, um sich auf den bevorstehenden Gegner vorzubereiten. „Da kann man dann auch was konservieren.“ Da die Spieler aus den Lande Nippon ja eh für ihre Schnelligkeit bekannt sind, wird für die deutsche Verteidigung hier ein ernstes Problem entstehen. „Der Zeitpunkt für uns ist sehr ungünstig.“
Eine bessere Wahl als mit der Sportschule Wedau konnte das Team allerdings nicht treffen. Die Infrastruktur ist optimal für die Anforderungen der deutschen Mannschaft. „Die Bedingungen sind sehr gut. Wir haben zwei Hebebühnen für die Videoteams. Der Platz ist hervorragend hergerichtet und markiert. Und wir haben ausreichend Meetingräume für uns zur Verfügung“, lobte Happer die Bemühungen der Sportschule der deutschen Nationalmannschaft den Aufenthalt im Ruhrgebiet so angenehm wie möglich zu gestalten.
© Hundt - 21.04.2010

Marshall Happer freut sich, dass schon nach wenigen Trainingseinheiten das Team zusammenwächst. (© Hundt)
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