Björn Werner erhält Stipendium von FSU
Nach der Verpflichtung von OL Sebastian Vollmer kann sich die deutsche Footballszene seit dieser Woche über einen neuen Coup freuen. Der Berliner Björn Werner erhielt ein Stipendium von der Florida State University. Damit gehört der Berliner zu insgesamt 23 Spielern, die in diesem Jahr von den Seminoles ein Stipendium erhalten haben. Damit hat Björn Werner den Grundstein für einen Weg gelegt, der ihm bei sehr guten Leistungen und verletzungsfreien Jahren durchaus bis in der NFL führen kann. Doch der Weg wird hart und sehr steinig sein. "Er hat den Körper und er hat auch den Verstand. Ich hoffe, dass die Vorschusslorbeeren für die kariere helfen. Nun sind die Coaches von FSU gefragt, Björn weiter auszubilden", sagt Peter Springwald, Leistungssportdirketor für den Nachwuchs im AFVD.
„Ich wünsche Björn Werner alles Gute und beglückwünsche ihn, an einer der traditionsreichesten Unis auf der ganzen Welt ein Stipendium bekommen zu haben“ sagte David Odenthal, der als Head Coach der Cologne Junior Falcons im vergangenen Jahr noch gegen Björn Werner und die Berlin Junior Adler im Junior Bowl stand. „Björn Werner ist der beste europäische Defensive End, ich denke er kann sich sehr früh im Start Up etablieren.“
Björn Werner ist eines der größten Talente, wenn nicht sogar das größte Talent, welches die Berlin Adler bisher hervorgebracht haben. Er durchlief alle Jugendabteilungen von der Flagmannschaft bis zur GFL-Juniors Mannschaft beim Hauptstadtteam und krönte seine Leistungen mit dem Gewinn der Deutschen Jugendmeisterschaft im vergangenen Jahr. Sein Talent, seine harte Arbeit und sein Trainingsfleiß ermöglichten ihm den Schritt in die USA wo er an der Salsibury School in Connecticut spielte. Dort konnte er an die hier, bei den Adlern gezeigten Leistungen anknüpfen und erhielt Studienangebote von vielen großen Universitäten.
In die engste Auswahl kamen bei Werner das Team der Oregon University und die Florida State Semionels. Dass es dann das Team aus Tallahassee wurde, lag auch an Werners Freundin und an seiner Familie. „Die Ostküste liegt einfach näher an Deutschland und ich hoffe, dass meine Eltern einfach mal in den nächsten Jahren mal rüberkommen werden, um mich spielen zu sehen“, sagte Werner. „Meine Freundin ist wirklich glücklich. Sie liebt die Sonne.“
Leicht wird es Werner mit Sicherheit in Tallahassee nicht haben, auch wenn er als großes Talent gilt. Denn im Gegensatz zur GFL Juniors oder zum High School Football in den Vereinigten Staaten wird am College der Wind noch rauer in Werners Gesicht wehen. Auch wenn er die härter Gangart schon aus Connecticut gewöhnt sein dürft. „In Deutschland wird Football nur auf Vereinsebene gespielt, da wird nicht so hart getackelt. Aber hier geht es um Stipendien. Hier ist alles viel schneller“, erklärte Werner in einem Interview mit ESPN.
Außerdem wird der Druck auf den Berliner um einiges höher sein als bei den Adlern und an der High School. Denn durch Unregelmäßigkeiten bei der Talentsichtung haben die Seminoles von der NCAA einige Stipendienplätze aberkannt bekommen. Darum ist es auf der einen Seite durchaus als sehr hoch zu bewerten, dass einer der verbliebenen Plätze an einen Nicht-Amerikaner vergebene wurde, wird aber auch dafür sorgen, dass Björn Werner sich noch mehr beweisen muss. Und nicht immer konnte er in der Vergangenheit die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen.
Auf Seiten des deutschen Verbandes ist man natürlich über die Verpflichtung von Werner durch ein solch renomiertes College wie FSU glücklich. "Die Reputation ist da. Wir werden immer mehr von Scouts kontaktiert", gibt sich Peter Springwald optimistisch, dass Werner nicht der letzte Deutsche ist, der an einem der Top-Colleges ein Stipendium erhalten wird.
© Hundt - 06.02.2010

Darf im Sommer das Dress der Seminoles tragen: Björn Werner (re./#28) (© Hundt)
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