Achter Titelgewinn für Alabama
Alabama wurde mit einem 37:21-Erfolg gegen Texas im BCS National Championship Game in Pasadena zum achten Mal College-Meister. Damit zieht Alabama, das zuletzt 1992 den Titel gewonnen hatte, mit Rekordmeister Notre Dame gleich. Historisch einzigartig ist der Erfolg aus Sicht der Southeastern Conference (SEC), der Alabama angehört. Die SEC, die stärkste der elf Conferences in der höchsten College-Football-Spielklasse, ist die erste Conference, die viermal in Folge den National Champion stellt. In den letzten drei Jahren waren Florida (2006 und 2008) und LSU (2007) Meister geworden.
Das Endergebnis der Partie im Rose Bowl Stadium war letztlich klarer als der Spielverlauf, und hätte Texas nicht schon in der Anfangsphase des Spiels seinen wichtigsten Angreifer, QB Colt McCoy, mit einer Verletzung verloren, dann wäre das Spiel vielleicht ganz anders gelaufen. Das vermutete auch Alabamas Head Coach Nick Saban, der nach dem Gewinn der Meisterschaft 2003 mit LSU seinen zweiten Titelgewinn feierte. „Sie wären viel besser gewesen, denn er ist so ein großartiger Spieler. Das war unglücklich aus ihrer Sicht“, sagte Saban. McCoy hatte sich im fünften Spielzug seines Teams an der Schulter verletzt, als er von DT Marcell Dareus von hinten attackiert wurde. Ohne McCoy lief im Angriff der Longhorns in der ersten Halbzeit nicht mehr viel, weil Ersatzmann Garrett Gilbert, ein bislang kaum eingesetzter Spieler in der ersten College-Saison, gegen eine der besten Abwehrreihen dieser Saison erwartungsgemäß einen ganz schweren Stand hatte.
Allerdings lag es nicht nur an ihm, dass Texas zur Halbzeit schon fast aussichtslos zurück lag. Nach Alabamas Field Goal zum 17:6 eine halbe Minute vor Ende der ersten Halbzeit hätte Texas nur die restliche Spielzeit ablaufen lassen können, was sinnvoll gewesen wäre. Stattdessen nahm man nach einem Laufspielzug eine Auszeit und spielte dann an der eigenen 37-Yard-Linie einen Shovel-Pass. Was der im Erfolgsfall hätte bringen sollen, bleibt das Geheimnis der Coaches von Texas. Der angespielte Spieler jedenfalls bekam den Ball nach dem kurzen Zuspiel von Gilbert nicht zu fassen, Dareus fischte ihn aus der Luft und erzielte mit einem Interception Return das 24:6.
Überraschenderweise brach Texas dadurch nicht ein. In der zweiten Halbzeit wurde Gilbert mit zunehmender Dauer sicherer. „Es war eine harte Lektion, aber er hat schnell gelernt. Ab einem bestimmten Zeitpunkt, glaubte ich, dass er das Spiel für uns gewinnen würde“, lobte Mack Brown die Leistung seines jungen Spielmachers. Zugleich stoppte die Abwehr der Longhorns die nächsten drei Angriffe Alabamas nach drei Spielzügen. Anschließend brachte ein 44-Yard-Pass von Gilbert auf WR Jordan Shipley das 13:24 eineinhalb Minuten vor Ende des dritten Viertels, und nachdem Alabama nach knapp vier Minuten im vierten Viertel einen Field-Goal-Versuch (Distanz: 52 Yards) vergeben hatte, führte Gilbert die Longhorns in neun Spielzügen (acht Pässe und ein Lauf von ihm) zum 21:24 (28-Yard-Pass auf Shipley).
Danach sah es in der Tat so aus, als könnte Texas das Spiel noch aus dem Feuer reißen. Nach einem Punt kam Texas drei Minuten vor Spielende wieder in Ballbesitz. Im ersten Spielzug wurde Gilbert dann aber durch einen Blitz von OLB Eryk Anders von hinten attackiert und verlor dabei den Ball, was man ihm aber nicht anlasten konnte, weil Anders völlig ungehindert auf ihn losgehen konnte. Drei Spielzüge später erzielte RB Mark Ingram mit einem 1-Yard-Lauf das 31:21, was zwei Minuten vor Spielende die Entscheidung war. Dass im übernächsten Spielzug ein Pass von Gilbert abgefälscht und dann abgefangen wurde (Ballbesitz Alabama an der 27-Yard-Linie von Texas) und Alabama drei Spielzüge danach noch das 37:21 erzielte, war nicht mehr wichtig.
© Hoch - 08.01.2010

Alabamas Spieler zeigen nach dem Sieg gegen Texas voller Stolz die Kristalltrophäe für den National Champion. (© Getty Images)
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