Keine Chance für die Seminoles
Auf Wiedersehen, Tim Tebow. Auf Wiedersehen, Bobby Bowden? Zumindest wenn es darum geht, beide Akteure noch einmal im Stadion der Florida Gators zu sehen, gilt es sich von den Beiden zu verabschieden. Denn Tebow machte gegen die von Bowden seit fast 40 Jahren gecoachten Florida State Seminoles sein letztes Heimspiel. Und Bowden hatte schon vor dem Spiel geäußert, dass es vermutlich sein letztes Spiel im „Swamp“ sein wird. Die 10:37-Niederlage gegen die Gators wird die Trainerlegende bestimmt nicht vom Gegenteil überzeugt haben. Mit 30:0 hatten die Hausherren schon in Front gelegen bevor die Seminoles mit einem Field Goal und einem Touchdown noch die totale Blamage verhindern konnten. Bitter genug war sie eh schon. Denn Tebow sorgte mit drei Touchdown-Pässen und zwei selbst erlaufenen Touchdowns vielleicht noch nicht für den Gewinn der Heisman-Trophy, aber doch zumindest, dass er ein immer größerer Favorit darauf wird.
Das letzte Heimspiel der Florida Gators war ein Spiel, das sowohl vor, während und nach der Partie sehr emotional war. Nicht nur, dass Tebow von mehr als 90.000 Fans frenetisch verabschiedet wurde, auch Head Coach Urban Meyer umarmte vor der Partie seinen Spielmacher an der 30-Yard-Linie. Schon während des Matches bekam der Spielmacher der Gators auch von seinen Gegenspielern, die er ein ums andere Mal vorführte, den einen oder anderen aufmunternden Klaps. Und nach dem Spiel gingen die Ovationen weiter. Nicht nur dass er von Bowden und Mickey Andrews, dem Defensive Coordinator der Seminoles, Glückwünsche erhielt, auch die Fans sorgten auf der Ehrenrunde nach dem Spiel für durchaus berührende Momente.
Während des Spiels war von dem besonderen Augenblick allerdings nur wenig zu spüren. Denn in gewohnte Präzision zerlegten Tebow und seine Mitspieler den Gegner. Er vervollständigte 17 von 21 Pässen für 221 Yards, war dabei zwei Touchdown-Pässe. Außerdem erlief er mit 15 Versuchen weitere 90 Yards Raumgewinn und zwei Touchdowns – gegen eine Defense, der vermutlich zu den schlechtesten gehörte, die Bobby Bowden in den letzten 34 Jahren bei den Seminoles trainieren musste. Daran und auch an den Leistungen von Tebow wird es aber mit Sicherheit nicht gelegen haben, dass Bowden zum ersten Mal seit 34 Jahren über seine Zukunft als Head Coach von Florida State nachdenkt. „Ich möchte schon noch im nächsten Jahr coachen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt will ich einfach erst mal nach Hause und ein wenig zu mir selbst finden“, sagte Bowden kurz nach der Niederlage. Gut möglich, dass die Fans der Gators den Cheftrainer ihres engsten Rivalen zum letzten Mal im „Swamp“ begrüßt haben.
Doch das wird die Fans und Spieler von Florida derzeit nur marginal interessieren. Denn in den nächsten beiden Spielen geht es für die Gators darum, zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren die Meisterschaft zu gewinnen. Zunächst muss am kommenden Wochenende im Endspiel der SEC das Team der Alabama Crimson Tide bezwungen werden. Sollte dies geling, wird es dann vermutlich gegen die Texas Longhorns um die Krone gehen.
© Hundt - 29.11.2009

Tim Tebow (© Getty Images)
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