Sinnlos
Manchmal fragt man sich schon, was einige Ansetzungen im College Football für einen Sinn machen sollen. Am Nachmittag von Halloween trafen die Ohio State Buckeyes, seit Jahren eigentlich fast immer ein Team, was in der Top 25 zu finden ist, auf die New Mexico State Aggies, bekanntermaßen eine der Mannschaften, die sich glücklich schätzen, wenn sie einmal an Rang 100 kratzen können. Erklärlich erscheint die Ansetzung nur unter dem Gesichtspunkt, dass der Trend der Top-Teams unbedingt eine ungeschlagene Saison hinlegen zu wollen immer stärker wird. Folglich begnügt man sich mit ein oder zwei nicht zu vermeidenen Topbegegnungen gegen Teams der eigenene Liga und holt sich für den Rest des Spielplans irgendwelche "Schlachtopfer" aus den schwächeren Conferences.
Erstaunlich immerhin, dass die Aggies ein Viertel lang ordentlich mithalten konnten und das 0:0 festhielten. Aber schon vier Sekunden nach Beginn des zweiten Spielabschnitts war Schluß mit lustig. 28 Punkte in diesem Quarter und 17 weitere Zähler im folgenden dritten waren schließlich die Ausbeute für die Buckeyes, bevor man im letzten Quarter es denn wieder etwas ruhiger angehen liess und dem erwartungsgemäß vollkommen überforderten Gegner wieder einen Achtungserfolg gönnte - 0:0 endete das letzte Viertel.
Summa summarum 45:0 für den haushohen Favoriten. Gut unterhalten fühlten sich die 104.719 Zuschauer im Ohio Stadium trotzdem. Nicht nur das ihre Lieblinge haushoch gewannen, die Buckeyes konnten es sich anhand der kaum vorhandenen Gegenwehr erlauben, dieses oder jenes auszuprobieren, was gegen einen hochkarätigeren Gegner wohl nicht im Game Plan gestanden hätte. So konnte Kicker Aaron Pettrey austesten, wie gut seine Onside Kicks funktionieren, einen davon konnte er sogar selbst recovern, und auch der normalerweise als Wide Receiver agierende DeVier Posey durfte nach einem Double Reverse mal ausprobieren, wie es ist den Ball über 39 Yards zu seinem Kollegen Dane Sanzenbacher zu werfen, der mit seinem Catch den 21:0-Zwischenstand herstellte. Für gutes Entertainment war also durchaus gesorgt, trotzdem muss die Partie als Muster ohne jeglichen Wert gelten.
© Wittig - 03.11.2009

DeVier Posey fing nicht nur fünf Pässe, sondern durfte gegen NMSU auch einmal selber einen TD-Pass werfen (© Getty Images)
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