Meister Florida im Glück
Vor etwas mehr als einem Jahr, Ende September 2008, hat der amtierende National Champion Florida zum letzten Mal verloren. Am Samstag gegen Arkansas wäre es fast wieder so weit gewesen. Fehler, ausgelassene Chancen und der an Überheblichkeit grenzende Glaube, das Ding schon irgendwie noch hinzubiegen - der Verlauf des Spiels erinnerte stark an die damalige Pleite gegen Mississippi. Nur, dieses Mal hatten die Gators Glück und kamen mit Hilfe eines 27-Yard-Field-Goals von K Caleb Sturgis zu einem 23:20-Erfolg. Head Coach Urban Meyer beschönigte denn auch nichts. „Normalerweise gewinnst du so ein Spiel nicht. Ich bin nicht zufrieden damit, wo wir leistungsmäßig stehen“, sagte er.
Der Meister kann vor allem ein Problem immer weniger kaschieren: Es fehlen im Angriff Receiver, die für den Gegner eine konstante Bedrohung für lange Pässe darstellen. Gegen Arkansas war man nur einmal mit einem langen Pass erfolgreich, als der Gegenspieler von WR Deonte Thompson einem Moment zögerte, weil er auf einen möglichen Lauf von QB Tim Tebow spekulierte. Das reichte Thompson, um an ihm vorbeizusprinten und einen Pass von Tebow drei Minuten vor Ende des dritten Viertels zu einem 77-Yard-Touchdown zum 13:10 zu verwerten. Die Schwächen im Spiel mit langen Pässen haben aber zur Folge, dass sich die Gegner immer mehr darauf konzentrieren, die eigentlich so gefährlichen Läufe von Tebow zu unterbinden. Gegen Arkansas holte Tebow gerade noch 2,6 Yards pro Lauf.
Arkansas musste sich selbst den Vorwurf machen, die greifbar nahe Überraschung verschenkt zu haben. K Alex Tejada vergab zwei Field-Goal-Versuche aus mittlerer Distanz (38 und 40 Yards), und zweimal verlor Florida tief in der eigenen Hälfte den Ball, aber nur aus einem der beiden Ballverluste der Gators, dem ersten, einem Fumble von Tebow an der eigenen 31-Yard-Linie als ihm dreieinhalb Minuten vor Ende des ersten Viertels bei einem Pass-Spielzug der Ball aus der Hand geschlagen wurde, machte man Punkte (1-Yard-Touchdown-Lauf von RB Broderick Green im ersten Spielzug des zweiten Viertels). Vier Minuten vor Ende des dritten Viertels verlor RB Chris Rainey nach gefangenem 14-Yard-Pass den Ball an der eigenen 28-Yard-Linie. Nach drei Spielzügen, die nur fünf Yards brachten, verschoss Tejada aus 40 Yards Entfernung. Im nächsten Spielzug gelang Florida der schon erwähnte 77-Yard-Touchdown-Pass. Etwas mehr als drei Minuten vor Spielende hätte Tejada seinen Fehler wieder gutmachen können, aber neun Spielzüge nach Floridas Touchdown zum 20:20 (10-Yard-Lauf von RB Jeffery Demps) schoss er aus 38 Yards Entfernung erneut daneben. Daran schloss sich eine Angriffsserie der Gators von 14 Spielzügen an, die mit dem erwähnten Field Goal zum 23:20 endete.
© Hoch - 18.10.2009

K Caleb Sturgis während sein Schuss zum Sieg für Florida durch die Torstangen segelt. (© Getty Images)
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