Knapper Sieg für die Longhorns
Sam Bradford ist in dieser Saison wirklich nicht zu beneiden. Zweimal verletzte sich der Spielmacher der Oklahoma Sooners nach einem Sack an der Schulter, zweimal musste er dann verletzt an der Seitenlinie zuschauen. Sowohl gegen BYU zum Saisonauftakt als auch an diesem Wochenende gegen die Texas Longhorns konnte Bradford nicht verhindern, dass sein Team die Partie verlor. Vor mehr als 96.000 Fans, der größten Kulisse im 104 Jahre alten Duell der beiden Colleges, verloren die Sooners im Cotton Bowl Stadion das Duell der Red River Rivalry gegen die Longhorns mit 13:16, unterlagen in den vergangenen fünf Jahren vier Mal in dem prestigeträchtigen Duell der Big 12. Die Defense der Sooners tat alles, um Texas-QB Colt McCoy um den Verstand zu bringen. Doch auch eine nur durchschnittliche Leistung ihres Spielmachers reichte den Texanern aus, um weiter im Rennen um die Nationale Meisterschaft zu bleiben.
Vor dem Spiel galten sowohl Sam Bradford als auch seine Gegenüber Colt McCoy wieder einmal als heiße Kandidaten für den Gewinn der Heisman-Trophy. Doch dieser Traum dürfte nach dem Spiel für die beiden Spielmacher in weite Ferne gerückt sein. Denn Bradford konnte nach seiner erneuten Schulterverletzung nicht mehr am Spielgeschehen teilnehmen. Und die Leistungen von McCoy waren während der gesamten Partie einfach nicht überzeugend genug. Da mag die Erkältung, an der McCoy laboriert, und der drohende Verlust des Nagels am rechten Daumen nur eine schwache Entschuldigung sein. Fakt ist, dass der Spielmacher der Longhorns mit dem Erfolg nun erst der dritte Spielmacher der Longhorns ist, der die Sooners drei Mal besiegen konnte.
Ersatz-QB Landry Jones tat sein Bestes, die dritte Saisonniederlage der Sooners zu verhindern. Doch ohne existierendes Laufspiel konnte auch Jones nicht viel ausrichten. Mit 22 Laufversuchen kamen die Sooners auf einen Raumverlust von 16 Yards. Zwar bereitete er in der ersten Halbzeit zwei Field Goals vor, sorgte mit dem einzigen Touchdown-Pass im dritten Quarter dann auch mal für 13:13-Ausgleich, doch das war am Ende einfach zu wenig. Denn Colt McCoy hatte einfach mehr Glück. Zunächst verhinderte McCoy nach einer Interception, dass der Ball bis in die Endzone der Longhorns getragen wurde. Als die Offense der Sooners das Feld wieder einmal unverrichteter Dinge verlassen musste, schaffte es McCoy die restlichen dreieinhalb Minuten herunterzuspielen. Da mag es für die Sooners am Ende dann auch noch nicht mal ein schwacher Trost sein, dass sie die drei Niederlagen mit einer Differenz von nur insgesamt fünf Punkten hinnehmen mussten.
Die diesjährige Begegnung zwischen den Longhorns und den Sooners machte auch deutlich, wie facettenreich diese Duelle der Red River Rivalry ablaufen können. Im vergangenen Jahr standen beide Offensereihen im Fokus, brannten McCoy und Bradford ein Feuerwerk ab. In diesem Jahr standen mehr die Special Teams und die Abwehr im Vordergrund. Und die Video Officials. Denn immer wieder mussten Entscheidungen der Schiedsrichtercrew überprüft werden, was in beiden Teamzonen nicht gerade auf viel Freude stieß. Am Ende hatten die überprüften Entscheidungen aber keinen Einfluss auf den Ausgang der Partie. Denn entschieden wurde das Duell durch die Defense.
© Hundt - 18.10.2009

Sam Bradford,verletzte sich erneut. (© Getty Images)
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