Böse Überraschung für Seminoles
Florida State musste eine Woche nach der Heimniederlage gegen South Florida den nächsten Rückschlag hinnehmen. Bei Boston College, das bislang besser spielt als man es der Mannschaft vor der Saison zugetraut hätte, verloren die Seminoles mit 21:28. Damit sind die Hoffnungen, die Durststrecke der letzten acht Jahre endlich beenden zu können, erst einmal dahin. Nach der zweiten Niederlage gegen einen Gegner aus der eigenen Conference (ACC) kann man aus eigener Kraft nicht einmal mehr deren Championship Game erreichen. So recht realisiert hatte das kurz nach dem Spiel aber noch nicht jeder. „Wir müssen einfach erkennen, dass wir unsere Ziele immer noch erreichen können. Es war eine schmerzliche Niederlage, aber das ist der Football. Wir müssen das vergessen und auf das nächste Spiel schauen“, sagte QB Christian Ponder.
Ermutigend aus Sicht der Seminoles war, dass sie sich nach dem zwischenzeitlichen 3:21-Rückstand nicht aufgaben sondern in der zweiten Halbzeit auf 21:21 herankamen. Die Wende begann rund eineinhalb Minuten vor Ende des dritten Viertels. Nach einem Punt an der eigenen 9-Yard-Linie in Ballbesitz gekommen, ging es mit Hilfe dreier langer Pässe von Ponder (20, 33 und 28 Yards) in sechs Spielzügen zum 13:21 im letzten Spielzug des dritten Viertels. Beim folgenden Ballbesitz der Seminoles waren es erneut die Pässe von Ponder, die die Mannschaft vorwärts trieben. 68 der 78 Yards dieser Angriffsserie resultierten aus Ponders Pässen. Am Ende brachten ein 2-Yard-Lauf von RB Jermaine Thomas und eine erfolgreiche Two Point Conversion (Pass von WR Bert Reed auf TE Caz Piurowski) den Ausgleich.
Nach einem Fumble der Gastgeber beim folgenden Kickoff Return (Ballbsitz Seminoles an der 29-Yard-Linie der Eagles) hätten die Seminoles sogar in Führung gehen können, aber ein Field-Goal-Versuch aus 37 Yards Entfernung wurde vergeben. Besonders ärgerlich daran: Eine Holding-Strafe nach Erreichen eines First Downs an der 17-Yard-Linie der Eagles hatte die Seminoles zurückgeworfen. Vielleicht wäre ohne diese Strafe sogar ein Touchdown möglich gewesen. Im Gegenzug kassierte Florida State sieben Spielzüge später den Touchdown zum 21:28 - wieder mal durch ein Big Play, einen 42-Yard-Lauf von RB Montel Harris.
Die Frage ist auch, ob das Spiel nicht ganz anders verlaufen und ausgegangen wäre, wenn die Seminoles nicht einem so klaren Rückstand hätten hinterher laufen müssen. Dass es so war, daran waren sie selbst Schuld, denn Chancen hatten sie auch in der ersten Halbzeit genug, nur machten sie zu wenig daraus. Ihr zweiter Ballbesitz etwa endete nach Erreichen der 13-Yard-Linie der Eagles nur mit einem kurzen Field Goal zum 3:0, und beim dritten - Boston College hatte inzwischen das 7:3 erzielt (3-Yard-Lauf von RB Montel Harris) - gingen sie nach 13 Spielzügen ganz leer aus, weil sie nach einem First Down an der 1-Yard-Linie in vier Versuchen nicht in die Endzone gelangten (drei Läufe von RB Lonnie Pryor und dann ein Quarterback Sack). Anschließend fing sich die Abwehr im dritten Spielzug einen 62-Yard-Pass ein, der die Eagles an die 25-Yard-Linie brachte. Dann folgten sieben Läufe von Harris für 22 Yards und abschließend ein 3-Yard-Touchdown-Pass von QB Dave Shinskie auf WR Rich Gunnell zum 14:3.
© Hoch - 06.10.2009

RB Montel Harris erzielt mit einem 42-Yard-Lauf den entscheidenden Touchdown gegen Florida State. (© Getty Images)
Leser-Bewertung dieses Beitrags:
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