South Florida überrascht Seminoles
Licht und Schatten wechseln sich bei Florida State zurzeit im Wochenrhythmus ab. Eine Woche nach dem 54:28-Erfolg bei BYU leisteten sich die Seminoles eine 7:17-Heimniederlage gegen South Florida. Der Mann des Spiels war South Floridas QB B.J. Daniels, der nur spielte, weil sich Stamm-Quarterback Matt Grothe im letzten Spiel einen Fußbruch zugezogen hatte. Daniels, der in Tallahassee, wo die Florida State University ansässig ist, High School Football gespielt hatte aber von Florida States Talentspähern nicht weiter beachtet wurde, war für 341 von South Floridas 368 Yards Angriffsleistung direkt verantwortlich. Er holte 215 Yards mit Pässen, erlief weitere 126 Yards und warf zwei Touchdown-Pässe. „Das ist eine großartige Geschichte. Solche Sachen passieren nicht oft. Heute ist es mal passiert“, sagte South Floridas Head Coach Jim Leavitt zum filmreifen Karriere-Sprung seines Ersatz-Spielmachers. Aber auch für Leavitt selbst war der Sieg etwas ganz Besonderes. „Das ändert unsere ganze Geschichte. Du musst sie mal schlagen, damit die Leute über dich reden“, sagte er zu South Floridas ersten Erfolg gegen eines der drei großen College-Teams des Bundesstaates (Florida, Florida State, Miami).
Neben Daniels waren der Druck, den South Floridas Defensive Line an der Line of Scrimmage machte (u.a. fünf Quarterback Sacks), und die Fehler, die Florida States Angriff auch deshalb machte, spielentscheiden. Florida State schien Anfang des zweiten Viertels auf dem Weg zur Führung zu sein, als es sich in elf Spielzügen von der eigenen 20-Yard-Linie bis an South Floridas 1-Yard-Linie vorgearbeitet hatte. Der zwölfte Spielzug, ein dritter Versuch brachte dann einen Yard Raumverlust, und im vierten Versuch wurde RB Ty Jones an der 1-Yard-Linie gestoppt. Vier Spielzüge später bediente Daniels den völlig ungedeckten WR Theo Wilson mit einem Pass, der letztlich 77 Yards Raumgewinn und einen First Down an Florida States 8-Yard-Linie brachte. Im nächsten Spielzug warf Daniels einen Touchdown-Pass auf TE Ben Busbee zur 7:0-Führung.
Ähnliches wiederholte sich gegen Ende der ersten Halbzeit. Florida State war da nach einem Punt an der 47-Yard-Linie der Bulls in Ballbesitz gekommen und stand nach einem 14-Yard-Pass und einer 15-Yard-Strafe gegen die Gäste an deren 18-Yard-Linie. Zwei Spielzüge später verlor WR Taiwan Easterling nach gefangenem Pass von QB Christian Ponder an der 7-Yard-Linie den Ball. South Florida starte seinen nächsten Angriff nach einem 20-Yard-Fumble-Return an der eigenen 27-Yard-Linie. Im ersten Spielzug reagierte Florida States Abwehr auf eine angetäuschte Ballabgabe von Daniels. WR Sterling Griffin hatte derweil an der linken Außenseite seinen Bewacher überlaufen, wurde von Daniels mustergültig angespielt und sprintete zu einem 73-Yard-Touchdown in die Endzone.
South Florida spielte auch nicht fehlerfrei. So leisteten sich die Bulls kurz vor Ende der ersten Halbzeit einen verschossenen Field-Goal-Versuch (37 Yards), und ihr erster Ballbesitz in der zweiten Halbzeit endete mit einer Interception an Florida States 30-Yard-Linie (plus 17-Yard-Return). Die Seminoles konnten daraus kein Kapital schlagen, leisteten sich im dritten Viertel ihrerseits einen Fehlschuss (44 Yards) sowie einen Fumble an South Floridas 34-Yard-Linie. Die einzigen Punkte gelangen ihnen zwei Spielzüge nach einem 63-Yard-Punt-Return bis an South Floridas 25-Yard-Linie (3-Yard-Lauf von Ty Jones nach knapp eineinhalb gespielten Minuten im vierten Viertel). Knapp sechs Minuten vor Spielende fing Florida State an seiner 23-Yard-Linie einen Pass von Daniels ab, aber schon im nächsten Spielzug verlor Ponder bei einem Quarterback Sack an der 13-Yard-Linie den Ball. South Florida machte aus dieser Chance immerhin ein Field Goal (27 Yards). Damit war das Spiel dann entschieden.
© Hoch - 27.09.2009

South Floridas QB B.J. Daniels narrte die Abwehr von Florida State ein ums andere Mal. (© Getty Images)
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