Unterstützung für Bowden
Gegen die von der NCAA verhängte Streichung von 14 Siegen aus den Spielzeiten 2006 und 2007 bei Florida State gibt es Widerspruch nicht von Seiten der Seminoles. Der Commissioner der Atlantic Coast Conference (ACC), der Florida State angehört, sprach sich grundsätzlich gegen die Aberkennung von Siegen als Strafe für Regelverstöße aus. „Ich unterstütze einen stregen Strafenkatalog im College-Sport. Aber ich bin gegen die Aberkennung von Siegen. Es erschließt sich mir nicht ganz, was damit erreicht wird“, sagt John Swofford. Florida State waren die Siege wegen eines Falles von massenhaftem Betrug bei einem Online-Test in Musik-Geschichte aberkannt worden. Insgesamt 61 Athleten, darunter zwei Dutzend Mitglieder des Football-Teams, hatten bei dem Test gemogelt. Als Strafe wurden den Seminoles zehn Stipendien in den betroffenen Sportarten gestrichen, im Bereich Football zwei in diesem Jahr und eines im nächsten. Dem Football-Team werden zudem die Siege aus den beiden Spielzeiten aberkannt werden, weil die betrügenden Spieler rückwirkend nicht spielberechtigt gewesen wären.
Diese Strafe wurde von vielen als zu hart angesehen, weil davon auch Spieler und Coaches betroffen wären, die mit dem Betrug nichts zu tun hatten. Die Streichung der Stipendien hatte Florida State als Strafe angenommen, gegen die Aberkennung der Siege kämpft man nach wie vor. Der drohende Verlust der Siege wurde zum großen Thema, weil sich Head Coach Bobby Bowden seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Penn States Head Coach Joe Paterno darum liefert, wer als der nach Siegen erfolgreichste Coach in die Geschichte des College Footballs eingeht. Paternos Bilanz steht derzeit bei 383 Siegen, Bowdens bei 382 Siegen. Werden Florida State die Siege tatsächlich aberkannt, dann hat Bowden keine realistische Chance mehr, Paterno einzuholen, denn die Karrieren Beider nähern sich ihrem Ende.
Gegen die Aberkennung der Siege sprach sich Anfang der Woche im Übrigen auch Joe Paterno aus. „Ich denke, es ist lächerlich, ihm (Bowden) die Siege persönlich abzuerkennen. Wenn es so kommt, dass er, wenn er aufhört, mehr Siege hat als ich, dann ist das halt so. Es ärgert mich ein bisschen, dass die NCAA ihn als Bauernopfer für etwas benutzt, das bei Florida State schief gelaufen ist. Ich hoffe, dass sie ihm die Siege lassen“, sagte Paterno während des Big Ten Media Days.
© Hoch - 30.07.2009

Joe Paterno (rechts) ist dagegen, dass Bobby Bowden (links) 14 Siege aberkannt werden sollen. (© Getty Images)
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