Vanier Cup ohne Dittrich
Für die Überraschungsmannschaft dieser Saison im kanadischen College Football erfüllte sich der Traum vom Finale nicht. Das Team der Simon Fraser University aus Vancouver mit seinem österreichischen QB Bernd Dittrich verlor im Finale der Canada West Conference mit 21:44 gegen Calgary. Im Vanier Cup spielen am Samstag Laval und Western Ontario um die Meisterschaft. Laval schlug im Uteck Bowl Calgary mit 59:10, im zweiten Halbfinale, dem Mitchell Bowl, setzte sich Western Ontario mit 28:12 gegen den letztjährigen Vanier-Cup-Verlierer Saint Mary’s durch.
Die Niederlage von Simon Fraser bei Calgary beendete die größte Erfolgsgeschichte dieser Spielzeit. Simon Fraser war neben Toronto das schwächsteTeam der letzten Jahre im kanadischen College Football und mit einer Serie von 25 Niederlagen in Folge in die Saison 2008 gegangen. Diese begann dann mit einem 24:10-Sieg gegen British Columbia und endete letztlich mit einer 5-3-Bilanz und der Qualifikation für die Playoffs. In diesen gewann man in der ersten Runde gegen Saskatchewan mit 40:30 (nach 17:30-Rückstand). Dittrich warf dabei einen Touchdown-Pass und erlief zwei weitere Touchdowns. Gegen Calgary hatte es zunächst auch gut ausgesehen. Dittrich hatte sein Team mit einem 27-Yard-Touchdown-Pass auf Tyson Buchanon im ersten Viertel mit 7:3 in Führung gebracht, im zweiten Viertel aber hatte Calgary den Spieß mit drei Touchdowns in Folge umgedreht und war mit einer vorentscheidenden 24:7-Führung in die Halbzeitpause gegangen. Das Spiel war gekippt, als Dittrich im zweiten Viertel nach einem harten Tackle für einen Spielzug vom Feld musste und sein Ersatzman bei diesem Spielzug den Ball verlor. Zwei Spielzüge später baute Calgary seine Führung mit einem 36-Yard-Touchdown-Pass auf 17:7 aus.
Laval nimmt zum fünften Mal am Vanier Cup teil. Das Team aus einem Vorort von Montreal ist die bestimmende Mannschaft der letzten Jahre im kanadischen College Football. Die diesjährige Teilnahme am Finale ist die vierte des Teams in den letzten sechs Jahren (nach 2003, 2004 und 2006). Bislang ging Laval im Finale jedes Mal als Sieger vom Platz. Western Ontario steht zum zwölften Mal im Endspiel (Rekord) und ist mit sechs Vanier-Cup-Siegen Rekordmeister. Die letzte Teilnahme liegt aber bereits 13 Jahre zurück (1995), den letzten Sieg gab es vor 14 Jahren (1994).
Das Duell am Samstag in Hamilton (Ontario) ist das erste Aufeinandertreffen dieser beiden Teams in einem Pflichtspiel. Bislang gab es lediglich zwei Preseason-Begegnungen. Laval, das mit QB Benoit Groulx (75,2 Prozent Erfolgsquote, 2.385 Yards, zwölf Touchdowns, zwei Interceptions) den MVP dieser Saison stellt, ist Favorit. Die Mannschaft gewann als einizge alle Regular-Season-Spiele, in der Regel mit deutlichem Vorsprung. Der schwerste Gegner war Concordia, gegen das man in der Regular Season mit 21:12 und in den Playoffs im Finale der Quebec Conference mit 28:17 gewann. Western Ontario hatte in der Regular Season einmal verloren, mit 16:43 im fünften Spiel bei Queen’s, und ein zweites Mal, im ersten Spiel gegen Ottawa (mit drei Touchdowns im vierten Viertel 35:31 nach 13:31-Rücktand), am Rande einer Niederlage gestanden.
Die beiden Finalisten stellen die beiden besten Offenses dieser Spielzeit. Western Ontario führt die Total-Offense-Statistik mit knappem Vorsprung an (523,6 Yards pro Spiel gegenüber 515,9 Yards). Beide setzen in erster Linie auf das Passspiel. In der Kategorie Total Defense liegt Laval als Bester mit 255 Yards pro Spiel etwas besser als Western Ontario, das mit 302 Yards pro Spiel Platz drei belegt.
© Hoch - 19.11.2008
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