Hall düpiert den Südmeister

Tyler Sherden war gegen Marburg einer der MatchwinnerMit einer mehr als nur versöhnlichen Leistung verabschiedeten sich die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag von ihrem Heimpublikum aus der Saison 2008. Gegen die frisch gebackenen Südmeister aus Marburg gelang ihnen ein 29:24-Erfolg.

Das „Schaulaufen vor der Kür“, als das die Marburg Mercenaries ihr Gastspiel bei den Schwäbisch Hall Unicorns angekündigt hatten, fiel für die frisch gebackenen Südmeister aus Hessen ernüchternd aus. Die Helden stellten an diesem Tag im Haller Hagenbachstadion die Gastgeber, die dank einer guten Teamleistung einen durchaus überraschenden 29:24-Erfolg landen konnten. Zwei Protagonisten sorgten bei den 700 Zuschauer dabei für ganz besondere Begeisterung: Steve Edsall und Tyler Sherden. Edsall, der neben seiner Aufgabe als Spielertrainer der Haller Baseballer Renegades schon die gesamte Saison bei den Unicorns mit auflief, dort aber bisher eher unscheinbar blieb, fiel es zu, den spielentscheidenden Touchdown für sein Team zu erzielen.

Ein Ausnahmespiel lieferte hingegen Tyler Sherden ab. Er stand als Running Back, Receiver, Kick-Returner und Safety auf dem Platz und machte auf allen Positionen eine sehr gute Figur. Und das, obwohl er sich im zweiten Viertel vorübergehend die Schulter halb ausgekugelt hatte. Drei der vier Haller Touchdowns gingen auf sein Konto. Damit, mit einem abgefangenen Marburger Pass eine Minute vor Spielende und mit viel Raumgewinn legte er am Samstag mehr als nur den Grundstein für den Haller Erfolg.

Zunächst entwickelte sich eine Partie, wie man sie zwischen dem Meister und dem Fünften der GFL-Süd erwarten konnte. Marburg gab ein sehr souveränes Bild ab. Die hessische Defense setzte Unicorns-QB Jordan Neuman schwer unter Druck, sodass dieser oft Mühe hatte freie Anspielstationen zu finden. Die Hessen kontrollierten auch mit ihrer Offense das Spiel, und gingen im ersten Viertel durch Sean Cooper (PAT Stephan Bauer) mit 7:0 in Führung. Trotzdem zeigte die Haller Defense schon früh, dass sie nicht gewillt war, die Südmeister einfach gewähren zu lassen.

So auch im zweiten Viertel, als LB Hannes Dierolf an der Haller Ein-Yard-Linie RB Sean Cooper zu einem Fumble zwang, den LB Nikolas Vogt sichern konnte. Wenig später erzielte Tyler Sherden mit einem 81-Yard-Pass von Jordan Neuman und der nachfolgenden Conversion die Haller 8:7-Führung. Noch vor der Pause antworteten die Mercenaries mit einem 70-Yard-Pass von Joachim Ullrich auf Michael Malvesti zum 13:8. Der Conversion-Pass auf Filip Pawelka brachte zwar das 15:8, der Marburger vertrat sich dabei aber den Knöchel und musste ausscheiden.

Nach der Pause war es WR Markus van Daalen (PAT Stephan Bauer), der Marburg auf 22:8 davon ziehen ließ, doch der Haller Konter mit Sherdens zweitem Touchdown (PAT Dario D’Ariano) zum 15:22 leitete die Haller Aufholjagd ein. Marburgs Stern begann nun zu sinken. Die Hessen scheiterten an einem Field Goal-Versuch und kurz darauf wurde WR Kai Rabus von Jordan Neuman mit einem sehenswerten 70-Yard-Pass bedient. Das fehlende Yard zum Touchdown überbrückte erneut Tyler Sherden (PAT D’Ariano) und der Haller Ausgleich war perfekt.

Das viel beschworene Momentum lag nun endgültig bei den Hallern und das musste auch Marburgs Head Coach Sebstain Tuch gespürt haben. Trotzdem ließ er Backup-QB Johannes Hoppe, der wohl Spielpraxis für die Playoffs sammeln sollte, auf dem Platz. Schade nur, dass er in den letzten Spielminuten zur tragischen Figur werden sollte. Zunächst war es Steve Edsall, der sich zwei Minuten vor Schluss einen Hoppe-Pass schnappte und über 50 Yards zur 29:22-Führung in die Marburger Endzone trug (PAT D’Ariano). Marburg bäumte sich nochmals auf, überbrückte das Feld schnell mit wenigen Spielzügen um dann von Tyler Sherden jäh gestoppt zu werden. Ihm gelang es gegen Hoppe die zweite Interception anzubringen und den Ball wieder für die Unicorns zu sichern.

Beim Versuch der Unicorns, möglichst viel Spielzeit zu verbrauchen, wurden sie durch die verbleibenden zwei Auszeiten der Marburger aufgehalten. Fünf Sekunden waren noch auf der Uhr, als die Haller zum letzten Versuch antraten. Diese nutzte dann Max Seroogy mit einem Zickzack-Lauf bis in die eigene Endzone. Er verhinderte dadurch einen Punt und den Safety, der den Marburgern noch zwei Punkte zum 29:24-Endstand einbrachte, nahmen die Haller gerne hin.

Für Unicorns-Head-Coach war der Haller Erfolg nicht nur wegen der Tabellensituation überraschend: „Es ist schon erstaunlich, dass wir Marburg bezwungen haben. Das war heute sicher nicht unser schlechtestes Spiel, aber wir haben trotzdem nicht unsere bestmögliche Leistung gezeigt.“ Kein Wunder, denn besonders in der Defense musste Gehrke auf einige Leistungsträger verzichten.

Streich - 10.08.2008

Tyler Sherden war gegen Marburg einer der Matchwinner

Tyler Sherden war gegen Marburg einer der Matchwinner (© Dieter Hess)

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